
Noch immer werden viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht, obwohl sie ihren Schulweg bereits selbstständig zurücklegen könnten. Der daraus entstehende Hol- und Bringverkehr führt vor Schulen häufig zu angespannten Situationen. Auch in Dreieich im Kreis Offenbach zeigt sich diese Problematik. Besonders zu Schulbeginn und nach Unterrichtsschluss steigt das Verkehrsaufkommen rund um die Schulen stark an. Wenn viele Eltern ihre Kinder gleichzeitig bringen oder abholen, treffen Autos auf Schülerinnen und Schüler, die zu Fuß, mit dem Tretroller oder dem Fahrrad unterwegs sind. Im direkten Schulumfeld entstehen dadurch häufig unübersichtliche Verkehrslagen.
So halten etwa trotz ausgewiesenem Halteverbot immer wieder Fahrzeuge kurzzeitig vor den Schulen oder auf Gehwegen, um Kinder ein- oder aussteigen zu lassen. Ziel der Stadt Dreieich ist es daher, gemeinsam mit Schulen und weiteren lokalen Akteuren praktikable Maßnahmen zu entwickeln, um den Verkehr besser zu ordnen und die Schulwege stärker an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auszurichten. „Ich freue mich, dass wir jetzt gezielt daran arbeiten, die Schulwege sicherer zu machen und Kinder stärker zu einem aktiven Schulweg zu ermutigen“, berichtet Holger Dechert, Erster Stadtrat der Stadt Dreieich. „Dafür brauchen wir rund um unsere Schulen klare und praktikable Lösungen, die von allen mitgetragen werden. Gemeinsam mit den Schulen, dem Kreis Offenbach, der Polizei und weiteren Partnern entwickeln wir deshalb ein Gesamtkonzept, das die Verkehrssicherheit erhöht, Bewegung fördert und zugleich einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet.“
Auftakt für Schulmobilitätspläne in Dreieich
Im Februar 2026 ist in der Stadt Dreieich nun der Auftakt für die integrierten Schulmobilitätspläne erfolgt. Im Laufe des Jahres werden die Selma-Lagerlöf-Schule in Buchschlag, die Gerhart-Hauptmann-Schule und die Grundschule am Hengstbach in Sprendlingen sowie die Wingertschule in Offenthal bei der Erarbeitung begleitet. Die Koordination des Gesamtprojekts übernimmt dabei die ivm. Die fachliche Erarbeitung der Schulmobilitätspläne für die Schulen erfolgt durch das Fachbüro Mobilitätslösung aus Darmstadt. „Die Schulmobilitätspläne bündeln vielfältige, aufeinander abgestimmte Maßnahmen von Infrastruktur und Verkehrsregelungen über Mobilitätsbildung bis hin zu organisatorischen und informativen Bausteinen. Sie werden passgenau für jede Schule und ihr Umfeld entwickelt“, erläutert Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm. „Grundlage sind fachlich begleitete Workshops, Ortsbegehungen und Mobilitätsbefragungen im engen Austausch mit allen Beteiligten. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Perspektive der Schülerinnen und Schüler, denn es geht um ihren Schulweg, ihre Sicherheit und ihre Selbstständigkeit. Im Ergebnis werden auch die vorgeschriebenen Schulwegpläne aktualisiert und dienen zur Kommunikation empfehlenswerter Schulwege an Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie als Planungsgrundlage für die Kommunen“.
Die Stadt Dreieich engagiert sich bereits seit längerem im schulischen Mobilitätsmanagement und möchte mit dem neuen Projekt an ihr bisheriges Engagement zur Verbesserung der Schulwegsicherheit anknüpfen. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen zählen infrastrukturelle Anpassungen ebenso wie organisatorische und verkehrslenkende Ansätze. Zum einen hat die Stadt die Schulen bereits bei der Erstellung und Gestaltung der Schulwegpläne unterstützt, die im Rahmen von „Besser zur Schule“ nun fortgeschrieben und digitalisiert werden. Auf infrastruktureller Ebene wurde etwa an der Grundschule am Hengstbach im Zuge einer Baustelle ein neuer Fußgängerüberweg an der Ecke Poststraße/Konrad-Adenauer-Straße eingerichtet und anschließend dauerhaft beibehalten. An der Wingertschule in Offenthal erleichtert eine Mittelinsel in der Bahnhofsstraße das sichere Queren der Straße. Der Kreis Offenbach begleitet die Stadt bei diesem Prozess und bringt sich sowohl in der Mobilitäts- und Verkehrsplanung als auch als Schulträger in die Erarbeitung der neuen Schulmobilitätspläne ein. „Ein aktiver und eigenständiger Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist nicht nur ein Beitrag zur Verkehrssicherheit, sondern auch zur gesunden Entwicklung unserer Kinder. Es ist uns als Schulträger ein großes Anliegen, diese Selbstständigkeit frühzeitig zu fördern“, erklärt Alexander Böhn, Kreisbeigeordneter im Kreis Offenbach. „Wer schon in jungen Jahren lernt, sich sicher und verantwortungsbewusst im Straßenverkehr zu bewegen, wird auch später achtsam und umsichtig unterwegs sein.“
Das Programm „Besser zur Schule“
Seit dem Jahr 2018 wurden durch die ivm gemeinsam mit über 120 Schulen erfolgreiche Prozesse zur Entwicklung integrierter Schulmobilitätspläne angestoßen und abgeschlossen. Das Programm „Besser zur Schule“ erfreut sich dabei zunehmender Beliebtheit und ist weit in den Kommunen sowie Landkreisen in der Region Frankfurt RheinMain sowie in ganz Hessen verankert. Schulen, Schulträger und Kommunen in der Region Frankfurt RheinMain und Hessen können kostenfrei an dem Beratungsprogramm teilnehmen, um den Verkehr von und zu Schulen nachhaltiger, sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten. Informationen zum Beratungsprogramm sind zu finden unter: www.BesserZurSchule.de.
Kontakt
Simon Caputo (Referent für Unternehmenskommunikation)
ivm (integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain)
Bessie-Coleman-Straße 7
60549 Frankfurt am Main
Tel. +49(0)69 66 07 59 12
E-Mail: S.Caputo@ivm-rheinmain.de
www.ivm-rheinmain.de
Über das Programm „Besser zur Schule“ www.BesserZurSchule.de und die ivm – www.ivm-rheinmain.de
Die ivm hat die Aufgabe, Maßnahmen für ein integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement in der Region Frankfurt RheinMain zu entwickeln. Zusammen mit ihren Gesellschaftern – den Städten und den Landkreisen der Region Frankfurt RheinMain, den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz sowie dem Rhein-Main-Verkehrsverbund – setzt sie diese gemeinsam um.
Die ivm bietet im Rahmen von „Besser zur Schule“ Bausteine zur Beratung, Qualifizierung und Umsetzung im Bereich Schulisches Mobilitätsmanagement an. Alle Angebote können unter www.BesserZurSchule.de abgerufen werden.


