
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist eine Hitzeampel, die den Leitungen und pädagogischen Fachkräften eine klare Orientierung für den Umgang mit hohen Temperaturen bietet. Anhand der gemessenen Raumtemperaturen werden die Situationen in die Stufen Grün, Gelb und Rot eingeteilt. Für jede Stufe sind verbindliche Maßnahmen festgelegt – von der Anpassung des Tagesablaufs über zusätzliche Trink- und Ruhepausen bis hin zur Nutzung kühler Räume oder der Verlagerung der Betreuung in sogenannte Kitas mit Kälteinseln. Kälteinseln sind einzelne Räume in den Kitas, die sich nicht über 30 Grad erhitzen. So erhalten alle Mitarbeitenden klare Handlungsanweisungen und können schnell, einheitlich und situationsgerecht reagieren.
Das Konzept berücksichtigt die unterschiedlichen baulichen Voraussetzungen der Einrichtungen. Während viele Kindertagesstätten auch an heißen Tagen ausreichend kühle Räume zur Verfügung haben, erwärmen sich einzelne Gebäude aufgrund ihrer Bauweise besonders schnell. Für diese Einrichtungen wurden abgestufte Maßnahmen entwickelt – von angepassten Tagesabläufen über die Nutzung sogenannter Kälteinseln bis hin zu einer organisierten Notbetreuung in geeigneten Einrichtungen.
Die Fachbereichsleiterin Kinderbetreuung, Kerstin Briese betont: „Der Klimawandel stellt auch die kommunale Kinderbetreuung vor neue Herausforderungen. Deshalb investieren wir nicht nur in kurzfristige Schutzmaßnahmen, sondern auch gezielt in die Ausstattung unserer Einrichtungen. Mit der Installation stationärer Klimageräte in den Schlafräumen mehrerer U3-Einrichtungen und der Einführung unserer Hitzeampel schaffen wir konkrete Verbesserungen für Kinder, Familien und Beschäftigte. Gleichzeitig arbeiten wir konsequent an weiteren nachhaltigen Lösungen für unsere Kindertagesstätten. Unser Ziel ist es, den Kindern zukünftig auch an sehr heißen Tagen eine sichere und möglichst angenehme Betreuung zu ermöglichen.“
Neben den kurzfristigen Maßnahmen setzt die Stadt Dreieich bereits konkrete bauliche Verbesserungen um. Bereits im Frühjahr wurden in den Schlafräumen der U3-Bereiche der Kindertagesstätten An der Winkelsmühle, Borngarten, Horst-Schmidt-Ring und Hegelstraße stationäre Klimageräte installiert. Damit werden insbesondere für die jüngsten Kinder auch an heißen Sommertagen verlässliche Bedingungen für Ruhe- und Schlafzeiten geschaffen.
Darüber hinaus werden weitere technische Maßnahmen erprobt, um die Raumtemperaturen langfristig zu senken und die Aufenthaltsqualität in den Einrichtungen nachhaltig zu verbessern. In mehreren Einrichtungen werden technische Möglichkeiten getestet, um die Raumtemperaturen dauerhaft zu senken. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung langfristiger Maßnahmenpakete für alle städtischen Kindertageseinrichtungen ein. Die Stadt Dreieich wird so das Hitzeschutzkonzept kontinuierlich weiterentwickeln und auf Basis der gewonnenen Erfahrungen immer wieder anpassen.


