
Fatma Nur Kizilok hat über viele Jahre mit großem persönlichen Einsatz Begegnungsformate initiiert, Bildungsangebote gefördert und niedrigschwellige Beratungsstrukturen gestärkt. Sie war seit 2015 Mitglied und Vorsitzende des Ausländerbeirats Dreieich und hat dieses Gremium in der Stadtgesellschaft sichtbar und wirksam verankert; aus gesundheitlichen Gründen legte sie ihr Mandat im April 2024 nieder. Ihre persönliche Biografie - geboren in der Türkei, 1974 nach Deutschland gekommen und seit 1993 in Dreieich lebend - sowie ihre Erfahrungen als Journalistin in Konfliktregionen prägten ihr Auftreten und machten ihr Engagement für Verständigung, Menschenwürde und den interreligiösen Dialog besonders überzeugend. Sie setzte sich für Holocaust-Gedenkveranstaltungen, Versöhnungsprojekte sowie die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern unter dem Gedanken „Schule ohne Rassismus“ ein und wirkte darüber hinaus auf Kreis- und Landesebene, unter anderem im Kreisausländerbeirat und in der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte.
Die Entscheidung zur posthumen Verleihung soll als öffentliche Anerkennung ihres Lebenswerks verstanden werden: Fatma Nur Kizilok hat mit ihrem Einsatz Brücken gebaut, Menschen vernetzt und vielen konkret geholfen. Ihre Arbeit war getragen von Überzeugung, Ausdauer und der Bereitschaft, für Werte wie Teilhabe, Gerechtigkeit und Respekt einzutreten. Die Auszeichnung würdigt diese Verdienste und setzt zugleich ein Zeichen für die Bedeutung des Ausländerbeirats als Stimme von Menschen, die in Dreieich leben und arbeiten, aber kein kommunales Wahlrecht besitzen.
Der Integrationspreis wird im Rahmen der Eröffnung der Interkulturellen Wochen am
7. September 2026 ab 18.30 Uhr in der Galerie der Stadtbücherei, Fichtestraße 50A, 63303 Dreieich-Sprendlingen durch Bürgermeister Martin Burlon verliehen; die Familie der Preisträgerin sowie Weggefährten und Freunde nehmen ebenfalls daran teil. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

