
So muss vorab die Natur in dem vorgesehenen Gebiet genau untersucht werden. Fachleute schauen sich das Gelände intensiv an: Welche Pflanzen wachsen dort? Und welche Tiere leben dort? Das ist wichtig, um zu entscheiden, wo genau man was bauen kann, ohne der Natur zu schaden.
Die Untersuchung hat zwei Teile: Zum einem wird die Flora erfasst. Dabei wird aufgeschrieben, welche Pflanzen und welche Lebensräume für Pflanzen es gibt. Auch wird aufgenommen, ob es gegebenenfalls seltene oder gar geschützte Arten in dem Gebiet gibt. Die Tierwelt wird ebenfalls genau unter die Lupe genommen. Experten suchen beispielsweise nach Vögeln, Schmetterlingen, Insekten, Fledermäusen und Reptilien. Dafür gehen die Fachleute auch nachts auf das Gelände. Die Untersuchung beginnt im März und dauert bis Ende des Jahres. So können die Experten die Natur zu jeder Jahreszeit beobachten.
„Ziel der Untersuchung ist es, eine belastbare Bewertungsbasis für die geplante Entwicklung von Wohn- und Gewerbeflächen in der Rostadt zu schaffen“, erläutert Erster Stadtrat Holger Dechert. „Auf Grundlage der Biotoptypenkartierung und der faunistischen Erfassung werden mögliche naturschutzfachliche Konflikte identifiziert und die naturschutzfachliche Wertigkeit der Fläche ermittelt. Daraus sollen konfliktarme Bereiche für eine künftige bauliche Nutzung abgeleitet werden. Das ist ein wesentlicher Teil der Machbarkeitsstudien, bei denen auch Themen wie Frischluftzufuhr und Grundwasser genau analysiert und berücksichtigt werden. Im Klartext: Wir wollen nicht wahllos und unkontrolliert bebauen, sondern unter Wahrung des Naturschutzes und schlussendlich auch unter Berücksichtigung klimatischer Aspekte. Welche Bereiche dafür infrage kommen und wie man dort bauen könnte, wird sich erst am Ende der Untersuchungen herauskristallisieren.“
Zum Hintergrund: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 3/25 „Wohn- und Gewerbegebiet Rostädter Straße, Sprendlingen“ wurde am 8. Dezember 2025 durch die Stadtverordnetenversammlung gefasst. Ziel der Aufstellung des Bebauungsplans ist zum einen eine gesteuerte städtebauliche Entwicklung entlang der Rostädter Straße und zum anderen die städtebauliche Neuentwicklung von Gewerbe- und Wohnflächen. Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens ist die Erfassung der Fauna und der Biotoptypen innerhalb des Plangebiets notwendig, die nun beauftragt und ab März 2026 durchgeführt wird.

