Das Projekt „Interkulturelle Konfliktvermittlung“ wird gemeinsam von der Stadt Dreieich – Integrationsbüro und Kinder- und Jugendförderung – und dem Verein Forum Sprendlingen Nord e.V. organisiert und durchgeführt.
2004 konzipierte das Integrationsbüro aufgrund ansteigender Meldungen von Nachbarschaftskonflikten im Sprendlinger Norden das Projekt „Interkulturelle Konfliktvermittlung“
Durch den Einsatz von ehrenamtlichen Vermittlern unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft sollen Konflikte im Stadtteil gelöst werden.
Das Projekt zielt nicht nur auf die Vermittlung in Konflikten ab, sondern will auch:
- eine gewaltfreie Kommunikation fördern
- Information über andere Kulturen geben
- durch Förderung der Kommunikation in der Nachbarschaft die Gewaltbereitschaft bei der Lösung von Konflikten senken
- in schwierigen Situationen begleiten, Toleranz stärken
- im Vorfeld von Konflikten vermitteln, um Rückzug und Segregation im Wohngebiet zu verhindern
- generationsübergreifend wirken
17 Bewohner des Stadtteils mit unterschiedlicher kultureller Herkunft und verschiedenen Alters und andere Interessierte werden seit Mitte 2004 zu ehrenamtlichen Interkulturellen Stadtteilvermittlern ausgebildet.
Die Schulung wird vom Institut IMIKON, Institut für Interkulturelle Mediation und Konfliktbearbeitung aus Frankfurt durchgeführt.
Bereits während der Durchführung der Schulungen wurden erste Beispielkonflikte aus dem Stadtteil bearbeitet. Die Mediatoren werden dabei von der Projektleitung – Integrationsbüro, Kinder- und Jugendförderung, Nachbarschaftstreff/Forum Sprendlingen Nord e.V. fachlich begleitet.
Seit Juli 2005 hat das Mediatorenteam insgesamt 35 Konflikte bearbeitet, es handelt sich um Nachbarschaftskonflikte in allen Bereichen des täglichen Lebens (Lärm, spielende Kinder und Jugendliche, fehlende Kommunikation und Aggressionen unter Nachbarn, Nichteinhaltung von Hausordnungen, fehlende Informationen über unterschiedliche kulturelle Verhaltensweisen etc.).
Es hat sich als sinnvoll herausgestellt, dass die Vermittler jeweils im Tandem tätig werden.
Beim Einsatz der Vermittler wird nach Möglichkeit auf Alter und gleichem kulturellen Hintergrund (Sprachvermittlung) geachtet.
Langfristig soll das Projekt im Stadtteil so angesiedelt werden, dass Bewohner bei auftretenden Konflikten, die nicht allein gelöst werden können, die Vermittlung der geschulten Mediatoren in Anspruch nehmen können.
Alle Projektteilnehmer wünschen sich eine Kultur des konstruktiven Streitens im Stadtteil.
Auskünfte erteilen:Karin Scholl, Integrationsbüro, Tel.: 06103 - 601-282
Sabine Grundmann, Kinder- und Jugendförderung, Tel.: 06103 - 601-236
Karin Ehrlich, Nachbarschaftstreff, Tel.: 06103 - 38 81 81