Was ist ein Bürgersolarkraftwerk? Ein Bürgersolarkraftwerk ist eine auf einem öffentlichen Gebäude errichtete Solaranlage, bei der sich Bürgerinnen und Bürger einer Kommune als private Investoren beteiligen können.
Sie hat den Zweck, umweltfreundlich erzeugte Sonnenenergie für die einzelnen Bürgerinnen und Bürger erschwinglich und erlebbar zu machen. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, auch mit relativ wenig Geld in zukunftsweisende Umwelttechnologien zu investieren.
Die Stadt Dreieich unterstützt die Form des Bürgersolarkraftwerkes, weil es der Umwelt und den Bürgern der Stadt gleichermaßen zu Gute kommt. Die Initiative dazu erfolgte durch einen einstimmigen Beschluss in einer Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2004.
Ökologische MotivationDie Gefahr einer Klimaveränderung durch die Verbrennung fossiler Energieträger ist mittlerweile allgemein anerkannt. Ein Ausweg bietet der Einstieg in einen Energiemix aus verschiedenen Erneuerbaren Energiequellen:
Wasser, Wind, Biomasse, Biogas, Geothermie und Sonnenenergie können in Verbindung mit einer effizienteren Energienutzung einen Großteil unseres Energiebedarfs decken.
Das Bürgersolarkraftwerk Dreieich:
Ökologisch - Sicher - Rentabel
Auf dem Dach der Kindertagesstätte Horst-Schmitt-Ring entsteht eine 120 Quadratmeter große und 16 kWp starke Fotovoltaik - Anlage mit einer Leistungskapazität von etwa 13.000 kWh im Jahr.
Die Anlage wird betrieben von den Stadtwerken Dietzenbach. Sie wird technisch auf dem neuesten Stand sein und optimal an die örtlichen Bedingungen angepasst werden.
Ökologisch
Fotovoltaik bedeutet die direkte Umwandlung der Energie des Sonnenlichts in Strom. Eine Fotovoltaikanlage mit 120 qm Fläche spart in 20 Jahren ca. 250 Tonnen Kohlendioxid ein!
Außer Kohlendioxid werden noch weitere Schadstoffe eingespart. Diese Einsparung kann auch in Gramm Schadstoffe pro eingesparter kWh Strom beschrieben werden:
- Kohlendioxid 1.114,00 g/kWh
- Schwefeldioxid 7,10 g/kWh
- Stickoxid 2,80 g/kWh
- Staub 0,18 g/kWh
- Kohlenmonoxid 0,90 g/kWh
- Radioaktive Abgase (Isar 1) 734 Beq/kWh
- Radioaktive Abgase (Isar II) 115 Beq/kWh
Sicher
Das Sonnenlicht ist eine unerschöpfliche Energiequelle.
Durch die garantierten Abnahmepreise im Rahmen der Solarstromförderung nach dem Erneuerbare - Energien - Gesetz (EEG) von 0,5453 € je in das Stromnetz eingespeister kWh garantiert die Bundesregierung eine sichere und rentable Investition über 20 Jahre.
Die notwendigen Investitionskosten werden durch Bürgerdarlehen aufgebracht, die als Anteile in Höhe von mindestens 500,00 €uro, oder ein Vielfaches davon, gezeichnet werden können.
Bauen werden die Stadtwerke Dietzenbach die Anlage auf jeden Fall. Sollten Finanzmittel fehlen, so werden diese aus dem Kapital der Stadtwerke Dietzenbach aufgestockt.
Rentabel
4,5 % Zinsen garantieren die Stadtwerke Dietzenbach bei dieser Geldanlage. Diese hohe Rendite ist selten zu erzielen, besonders wenn es um kleinere Beteiligungsbeträge in einer Größenordnung von 500 oder 1.000 Euro geht.
Bei einem Bürgerdarlehen in Höhe von 1.000 Euro werden nach dem ersten Jahr 45 Euro an Zinsen und 50 Euro an Darlehenstilgung ausbezahlt, insgesamt also 95 Euro. Im zweiten Jahr werden dann noch 950 Euro verzinst.
Bau und Einweihung
Das 120 qm große und ca. 16 Kilowattpeak starke Bürgersolarkraftwerk wurde Anfang Dezember 2005 auf dem Dach der KiTa Horst-Schmidt-Ring durch die Firma ad solem, Rodgau, installiert und am 20. Dezember 2005 in Betrieb genommen.
Am 21. Dezember 2005, genau ein Jahr nach dem Stadtverordnetenbeschluss zur Initiierung eines Bürgersolarkraftwerkes, wurde es zusammen mit Vertretern der Stadtwerke Dietzenbach, der Stadt, der Agenda-Projektgruppe "Bürgersolarkraftwerk" sowie Vertretern der Investoren und Kindergartenleitung eingeweiht.
Projektchronologie:
21.12.2004
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Initiierung des Baus einer Bürgersolaranlage.
21.01.2005
Anschreiben von fünf möglichen Betreibern, ob Interesse am Bau und Betrieb eines Bürgersolarkraftwerkes in Dreieich besteht.
Fe/Mär 2005
Voruntersuchung von 25 städtischen Gebäuden hinsichtlich Eignung zur Fotovoltaiknutzung durch FB 3. Ergebnis:
20 Gebäude ungeeignet, fünf Gebäude eventuell geeignet (Kita Horst-Schmidt-Ring u. Friedhofstr., Kläranlage Hengstbachtal, Feuerwehren Sprendlingen u. Offenthal).
April 2005 Antrag auf Genehmigung zur Untersuchung der fünf eventuell geeigneten Dächer durch ein Fachbüro (ca. 600 €) scheitert auf Grund der vorläufigen Haushaltsführung.
12.05.2005
1. Agenda - Projektgruppentreffen "Bürgersolarkraftwerk"
Bildung einer Projektgruppe, da "Bürgerprojekt".
Projektgruppe besteht aus Stadträtin Andrea Müller, Vertretern der Verwaltung und der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sowie Mitglieder des Bauausschusses und der Agenda – Gruppe Dreieich.
Projektkoordination: Agenda - Beauftragter Sylvio Jäckel.
Bericht über Stand der Dinge und Festlegung der weiteren Vorgehensweise.
06.06.2005 Magistratsbeschluss: Genehmigung der Untersuchung von drei möglicherweise geeigneten Dächern.
22.06.2005
Untersuchung von drei möglicherweise geeigneten Dächern durch Ingenieurbüro. Untersuchungsergebnis:
Die Dächer der Kindertagesstätte Horst-Schmidt-Ring und der Feuerwehr Sprendlingen sind für eine Solarnutzung gut geeignet. Das Dach der Feuerwehr Offenthal ist zwar grundsätzlich geeignet, scheidet aber wegen einer anstehenden Dachsanierung aus.
30.06.2005
2. Agenda - Projektgruppentreffen "Bürgersolarkraftwerk"
Festlegung auf das Dach der Kindertagesstätte Horst-Schmidt-Ring (mögliche Anlagengröße: 120qm / 16 kWp).
Festlegung auf das "Dienstleister – Modell" (Dienstleister als Eigentümer der Anlage übernimmt alle anfallenden Aufgaben wie Projektierung, Errichtung, Abnahme, Überwachung, Betreuung, Verträge und Verwaltung).
04.07.2005 Aufforderung zur Angebotsabgabe von sieben Fachfirmen.
Ergebnis: Bis zum 19.07.2005 wurden Angebote von drei Firmen abgegeben.
20.07.2005
3. Agenda - Projektgruppentreffen "Bürgersolarkraftwerk"
Auswahl des Betreibers gemäß Vorschlag der Verwaltung:
Stadtwerke Dietzenbach Die Vorteile der Stadtwerke Dietzenbach gegenüber den anderen Anbietern liegen vor allem in dem geringen Mindestbeteiligungsbetrag von 500 €, einer hohen prognostizierten Kapitalverzinsung und der Tatsache, dass mit den Stadtwerken Dietzenbach das Projekt im Kreis bleibt.
Aug 2005
Internet - Präsentation des Projektes und
Erstellung von
Faltblättern zur Bewerbung des Projektes.
07.09.2005
Öffentliche Informationsveranstaltung zur Vorstellung und Bewerbung des Projektes.
Nov 2005
Vertragsabschluß Dachnutzungsvertrag zwischen den Stadtwerken Dietzenbach und der Stadt Dreieich.
Dez 2005
Installation der Anlage durch Fa. ad solem, Rodgau.
Dez 2005
Vertragsabschlüsse zwischen den Stadtwerken Dietzenbach und Investoren (Darlehensverträge).
21.12.2005
Einweihung und Inbetriebnahme mit allen beteiligten Gruppen.