Um den Agenda-Zielen gerecht zu werden, wird in der Stadt Dreieich alles daran gesetzt, die Stadtentwicklung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur einschließlich der Fußwege so zu betreiben, daß unnötiger Verkehr vermieden und die Attraktivität der umweltfreundlichen Verkehrsmittel gesteigert wird. Die Mobilität aller Bürgerinnen und Bürger soll ungeachtet ihres Einkommens gewährleistet sein. Dabei ist von folgenden Zielvorstellungen auszugehen: |
1. Stadtentwicklung - Verkehr |
1.1 Ziele |
- Der Abbau von Pendlerströmen wird als ein wesentliches Ziel einer lokalen Wirtschaftsförderung gesehen, die sich die Neuansiedlung von Betrieben zur Aufgabe macht (Dezentralisierung der Arbeitsplätze in der Region).
- Das Ziel ist eine Stadt der kurzen Wege. Daher ist anzustreben, dass sich Versorgungs-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Einzelhandelsbetriebe bedarfsgerecht auf das gesamte Stadtgebiet verteilen.
- Bei der Planung und Errichtung neuer Verkehrswege sind ökologische Maßstäbe konsequent anzuwenden.
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1.2 Maßnahmen |
- Das Verdichtungspotential vorhandener Baugebiete, insbesondere der Gewerbegebiete, ist vorrangig zu nutzen.
- Die historischen Ortskerne der fünf Stadtteile sind durch Mittel der Stadtgestaltung aufzuwerten, damit sie als Versorgungs- und Kommunikationszentren angenommen und attraktiver werden.
- Die Attraktivität der Ortskerne als Ort des Wohnens ist zu erhöhen.
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2. Fußgängerinnen und Fußgänger |
2.1 Ziele |
Das Fußwegenetz ist innerhalb und im Außenbereich des Stadtgebietes sowie zu den benachbarten Orten auf möglichst kurzen Wegen durchgängig, sicher und attraktiv auszubauen. |
2.2 Maßnahmen |
- Laufende Instandhaltung der Fußwege unter Berücksichtigung des Sicherheitsaspektes
- Gut ausgebaute Fußwege zu allen öffentlichen Einrichtungen
(Schwimmbad, Bürgerhäuser, usw.) - Laufende Instandhaltung und bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Schulwegsicherung
- Fortsetzung der Optimierung der Fußwegbeleuchtung
- Ruhebänke aufstellen unter Berücksichtung der Sicherheitsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger
- Kernbereiche fußgängerfreundlicher gestalten
- Hecken regelmäßig zurückschneiden, um die Sicherheit zu gewährleisten
- Beschilderung der Strecken bei übergeordneten Fußwegen
- Ampelschaltungen fußgänger- und radfahrergerecht einrichten
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3. Radfahrerinnen und Radfahrer |
3.1 Ziele |
Das Radwegenetz im Stadtgebiet und zu den umliegenden Orten ist auf möglichst kurzen Wegen auszubauen. Die Gestaltung der Radwege soll einschließlich der Querung von Straßen Sicherheit und bequemes Fahren gewährleisten und eine gute Orientierung ermöglichen. |
3.2 Maßnahmen |
- Die Oberste Ordnungsbehörde sollte alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um den Fahrradverkehr in Dreieich zu fördern.
- Der zügige Auf- und Ausbau eines durchgehenden, attraktiven Radwegenetzes hat höchste Priorität (kein Flickwerk)
- Alle öffentlichen Einrichtungen, insbesondere die Schulen sowie die Freizeit- und Sportanlagen, alle wichtigen Versorgungseinrichtungen und die Haltepunkte der S-Bahn und der Dreieichbahn optimal in das Radwegenetz einbinden.
- Das Radwegenetz z.B. in folgenden Bereichen ergänzen:
- von Götzenhain/Dreieichenhain durchgehend zu Hallenbad/Bürgerhaus - entlang der Hegel- und August-Bebelstraße zum Hallenbad/Bürgerhaus - südlich entlang der Dreieichbahn zwischen Landsteiner- und Daimlerstraße als Zubringer zur Haltestelle Weibelfeld - entlang der Robert-Bosch-Straße - Radwege im Sprendlinger Norden - Radweg entlang der Neuhöfer Straße von Götzenhain nach Neu-Isenburg - Radweg entlang der B486 von Offenthal nach Langen - Kreuzungen fahrradgerecht gestalten (links abbiegen, abgesenkte Bordsteine)
- Ampelschaltungen fahrrad- und fußgängergerecht einrichten
- Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrerinnen und Radfahrer öffnen, wo dies rechtlich und im Hinblick auf die Verkehrssicherheit möglich ist
- Moderne, sichere Abstellanlagen für Fahrräder einrichten, besonders an Bahnhöfen (Beispiel Langener Bahhnhof), öffentlichen Gebäuden und Plätzen (z.B. Bürgerhäuser, Hainer Burg usw.)
- Langfristige Perspektive: Fahrrad-Pools mit markierten Rädern der Stadt Dreieich an markanten öffentlichen Plätzen einrichten, mit der Möglichkeit der Rückgabe an verschiedenen Orten
- Abstellflächen für Fahrräder in kreuzungsnahen Bereichen von Parkzonen schaffen (zugleich freieres Sichtfeld)
- Einheitliche Beschilderung für überörtliche Radwege, auch zwischen einzelnen Ortsteilen; Hinweise zu öffentlichen Einrichtungen; bei Sackgassen Hinweis, wenn Radweg weiterführt; Aushängung von Radwegübersichtsplänen an allen wichtigen Punkten des Stadtgebietes.
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4. ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) |
4.1 Ziele |
Der ÖPNV in Dreieich soll auch zukünftig gestärkt werden, um allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Dreieich zuverlässige, sichere, pünktliche und kostengünstige Mobilität zu ermöglichen und die Umwelt zu entlasten. |
4.2 Maßnahmen |
4.2.1. Bessere, verständlichere Information der Bürgerinnen und Bürger |
- Ergänzung der RMV-Fahrpläne durch einen ÖPNV-Atlas mit detaillierteren Ausschnittplänen, Straßenbezeichnungen und Straßenverzeichnissen mit jeweiligen ÖPNV-Verbindungen (nach dem Muster des BVG-Atlas Berlin).
- Mobilitätsberatung an wechselnden Standorten der Stadt (Infostände des RMV bzw. der Stadtwerke)
- Temporäre Mobilitätsberatung und –werbung für bestimmte Zielgruppen: z.B. Neubürger, Messegäste und Festspielbesucher.
- Fahrgastbeiräte auf Kreisebene stärken und ggfl. in Dreieich einrichten
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4.2.2. Verbesserung und Kontinuität der Netzanbindungen |
- Anbindung der Dreieichbahn an den Flughafen Frankfurt
- Bessere Information bei Unregelmäßigkeiten im Fahrplan der Dreieichbahn
- Linie 67 über den Kurt-Schumacher-Ring führen (1 oder 2 x stündlich), um den Sprendlinger Norden besser anzubinden
- Busverbindung nach Offenbach verbessern durch ggfls. andere Netzanknüpfung an die Ortsteile
- Direkte Busverbindung Darmstadt-Frankfurt Süd auf der ehemaligen B 3 wieder herstellen
- Weitgehende Netzkonstanz (z.B. gleiche Abfahrtzeiten an allen 7 Tagen der Woche)
- Busverbindung nach Langen und S-Bahn-Verbindung nach Darmstadt abends und am Wochenende verbessern (2x stündlich)
- S-Bahn nach Offenbach: Umsteigezeit Ostendstraße besser koordinieren
- Fahrzeiten durchgehender Züge von/nach Frankfurt Hauptbahnhof verkürzen (Wartezeiten in Neu-Isenburg verkürzen)
- Anbindung der Linie OF 64 an Flughafen Terminal 2
- Netzlücken durch die Einrichtung weiterer AST-Linien schließen (Neubaugebiet "Säuruh", Gewerbegebiet Dreieichenhain, Buchschlag Nord)
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.2.3. Die Tarifregelungen vergünstigen |
- ÖPNV durch günstigere Tarife attraktiver machen
- ÖPNV-Aktionswochen mit Nulltarif für alle ÖPNV-Mittel in Dreieich
- Tarifverbesserungen, z.B.:
a) Nahtarif in Dreieich für 1,50 DM (Kurzstrecke) b) 3-Tageskarte c) Mehrfahrten-Fahrkarten d) Wiedereinführung 24-Stunden-Ticket e) DB-Wochenendticket auch am Automaten f) Zeitkarten für BahnCard-Besitzerinnen/Besitzer spürbar günstiger für alle Tarifklassen
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4.2.4. Rahmenbedingungen verbessern |
- Verbesserung der Bahnhöfe (P+R Anlagen für Fahrrad und Auto)
- Attraktivität erhöhen durch gezielte Angebote für z.B. Weihnachtsmarkt, Festspiele, Fasching
- Haltestellen kundenfreundlicher gestalten, z.B. besserer Wetterschutz, verbesserte Sauberhaltung
- Maßnahmen zur Erhöhung der persönlichen Sicherheit insbesondere auf Bahnhöfen
z.B. durch Notrufanlagen - Bestmögliche Sicherungsmaßnahmen gegen Vandalismus bei Haltestellen einrichten
- Einsatz von Niederflurbussen auf allen Linien
- Verringerung der Emission, Einsatz von Bussen mit neuen Technologien
- Die Deutsche Bahn AG auffordern, ihre Zusagen zum Einsatz der neuen Triebwagen auf der Dreieichbahn einzuhalten und Unpünktlichkeiten auszuräumen; ggfls. finanziellen Druck ausüben
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4.2.5. Langfristige Perspektiven, Visionen |
Straßenbahn von der Fichtestraße entlang der B3 bis Neu-Isenburg. Weiterführung am Güterbahnhof auf vorhandenen Gleisen bis Neu-Isenburg Bahnhof evtl. weiter bis Flughafen Frankfurt. |
5. Kraftfahrzeugverkehr |
5.1 Ziele |
Ein wesentliches Ziel der Verkehrsentwicklung in Dreieich muss sein, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß die Bürgerinnen und Bürger, soweit es ihnen nur möglich ist, auf die Nutzung ihrer Kraftfahrzeuge und langfristig auf ein eigenes Auto verzichten können. Es muß erreicht werden, daß die Lärm- und Schadstoff-Immissionen des dann verbleibenden motorisierten Kraftfahrzeugverkehrs auf das mögliche Mindestmaß verringert und Gefährdungen der übrigen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer vermieden werden. |
5.2 Maßnahmen |
5.2.1 Reduzierung und Beruhigung des innerörtlichen Kraftfahrzeugverkehrs |
- Attraktive Bedingungen für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen sowie für die Benutzung des ÖPNV herstellen (siehe entsprechende Abschnitte)
- Infrastruktur zur wohnungsnahen Versorgung ausbauen (siehe Abschnitt Stadtentwicklung)
- Aufbau eines Lieferservice gemeinsam mit dem Örtlichen Handel
- Zusätzliche Tempo-30-Zonen ausweisen (z.B. Frankfurter Straße im innerörtlichen Einkaufsbereich)
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5.2.2 Schutz vor Verkehrsimmissionen |
- Straßenbaumaßnahmen zur Entlastung von Ortsteilen, die vom Kraftfahrzeugverkehr unzumutbar belastet sind
- Geschwindigkeitsbegrenzungen, z.B. Tempo 80 auf der A661
- Bauliche Schallschutzmaßnahmen an der A661, insbesondere zu den Wohngebieten
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5.2.3 Anmerkungen zu den aktuellen Straßenneubauplanungen |
Die Maßnahmen |
- neue Anbindung an die A 661 (Dreieich Süd)
- Anbindung der B 3 an die A 661 (Querspange Nord), in unbedingter Abstimmung mit der Nachbargemeinde Neu-Isenburg
- Ortsumgehungsstraßen Götzenhain und Offenthal
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werden als wirksame Elemente zur Entlastung der einzelnen Stadtteile vom Durchgangsverkehr gesehen. Wenn auch die Ortsumgehungsstraßen Götzenhain und Offenthal einen erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft darstellen, so geben sie aber auch die Chance zur Entwicklung attraktiver Ortskernbereiche. |
Die geplante Ortsumfahrung Sprendlingen/Buchschlag (Südumgehung) wird im Arbeitskreis kontrovers diskutiert und unterschiedlich beurteilt: |
Während ein Teil des Arbeitskreises in dieser Maßnahme ebenfalls ein Instrument zur Verkehrsentlastung und zur positiven Stadtentwicklung sieht, lehnt ein anderer Teil des Arbeitskreises dieses Vorhaben insbesondere aus ökologischen Gründen (Waldvernichtung, Flächenversiegelung, Zerschneidung der Landschaft, usw.) ab und befürchtet darüber hinaus eine zusätzliche innerstädtische Verkehrsbelastung durch die direktere Anbindung insbesondere der östlich von Dreieich gelegenen Orte an den Flughafen. |
Schlußbemerkung |
Die Mitglieder des Arbeitskreises "Mobilität, Verkehr und Stadtentwicklung" sind übereingekommen, sich weiterhin im Rahmen der Lokalen Agenda 21 mit wichtigen Themen der Stadtentwicklung in Dreieich zu befassen. Darüber hinaus bekunden die Mitglieder des Arbeitskreises ihr gemeinsames Interesse, aufmerksam zu beobachten, in welcher Weise die vorgeschlagenen Ziele und Maßnahmen verfolgt bzw. umgesetzt werden. |
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