Stadt Dreieich

Die Geschichte der Stadt Dreieich


Foto: ©Lutz Dieckmann
 
1545 wurde die Hayner Bevölkerung durch den Reformator der Dreieich, Erasmus Alberus, lutherisch. Die Isenburger hingegen konvertierten zum Calvinismus; heftige Differenzen zwischen Obrigkeit und Untertanen waren die Folge.
Der Stadterweiterung und einer positiven ökonomischen Entwicklung Ende des 16. Jh. und zu Beginn des 17. Jh. tat dieser Religionskonflikt keinen Abbruch. Im Rahmen der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress wurde Hayn im Jahre 1816 dem Territorium des Großherzogtums Hessen-Darmstadt zugeschlagen.

Im Jahre 1840 wurde die Stadt Hayn in Dreieichenhain umbenannt. 1857 erfolgte die Ausdehnung der Gemeinde über die Stadtmauer hinaus. Der Anschluss an die Dreieichbahn im Jahre 1905 brachte eine Verbesserung der Verkehrsanbindung an die Stadt Frankfurt.

   
Dies diente nicht nur den Pendlern, die in der nahen Großstadt ihrem Broterwerb nachgingen, sonderte forcierte auch den Fremdenverkehr in Dreieichenhain.
Zur Versorgung der Reichsvögte auf der Burg Hain entstand gegen Ende des 12. Jahrhunderts als sogenanntes "Küchendorf" der Ort Götzenhain, eine Dorfgründung staufischer Zeit. Mit der Gründung wurde um die Gehöfte ein schützender Dorfgraben mit Flechtzaun und Wall angelegt. Der Name Götzenhain lässt sich als "die umhegte Siedlung eines Mannes Gotzo" (Gottfried) interpretieren. In einer Urkunde von 1318 wird der Ort erstmals erwähnt, als Philipp IV. von Falkenstein den Abt von Fulda mit dem Dorf belehnte.

Philipps Sohn erhielt es als fuldisches Lehen wieder zurück. Zwischen 1433 und 1816 gehörte Götzenhain zum Territorium der Isenburger. Im Rahmen der Teilung des Isenburger Besitzes entstand im Jahre 1687 die Herrschaft Isenburg-Philippseich, zu der die Ortschaften Götzenhain, Offenthal, Urberach und Münster gehörten. Graf Johann Philipp, nach dessen Namen sich die Grafschaft benannte, erbaute das Schloss Philippseich, das sich heute im Privatbesitz befindet. Auch das heutige Hofgut Neuhof, dessen Gutsschänke internationales Renommee besitzt, geht auf Graf Johann Philipp zurück.
Kirchenpolitisch war die Geschichte des Ortes von einem über hundertjährigen Konflikt mit den calvinistisch orientierten Grafen von Isenburg-Birstein geprägt, da die Götzenhainer Bürger treue Verfechter des Luthertums waren, das sie dem Wirken von Pfarrer Erasmus Alberus, einem Weggefährten Martin Luthers, verdankten.